„Quo vadis? Plattformökonomie als Teil der New Economy“ – unter diesem Motto stand eine Fachsequenz auf dem Deutschen Logistik-Kongress 2021. In der Tat ist dieses Thema wichtig und sollte vermehrt in den Fokus der Wirtschaft rücken. Man betrachte allein das riesige Potenzial von Plattformen im B2C-E-Commerce-Sektor – Amazon, Alibaba & Co. lassen grüßen. Bei näherem Hinblick wird aber auch offensichtlich, dass eine klare Differenzierung erforderlich ist: Ein reiner Online-Shop an sich hat nichts mit gelebter Plattformökonomie oder einem digitalen Ökosystem zu tun. Zwar verfolgen die Anbieter auch ökonomische Interessen. Sie bieten jedoch keinen offenen Marktplatz, wo Angebote gebündelt präsentiert werden, Menschen sich virtuell begegnen und Geschäftsbeziehungen eingehen können. Das Plattformkonzept basiert jedoch genau auf diesem Prinzip. Ziel ist es, Daten, Ressourcen und Dienste miteinander zu vernetzen und zugänglich zu machen, sodass die Teilnehmer in einem gemeinsamen, marktspezifischen Wertschöpfungsnetzwerk interagieren.

Markt- und Kundenkonformität konsequent im Blick

Doch welche Voraussetzungen muss eine solche Plattform bieten und welche Chancen eröffnen sich konkret? Der zentrale Vorteil besteht darin, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Organisation nachhaltig optimieren und dabei auch neue datengetriebene Geschäftsmodelle bzw. Services etablieren zu können. Um dies zu ermöglichen, sollten Plattform-Anbieter konsequent den Markt und die spezifischen Bedürfnisse der adressierten Kunden im Blick haben. Es geht also nicht um die Frage, was leistbar ist, sondern welchen Nutzen der Kunden davon hat. Folglich ist es wichtig, den Teilnehmern einen einfachen, barrierefreien Zugang zu bieten und gleichzeitig das Leistungsangebot so zu gestalten, dass auf kurzem Wege ein direkter Nutzwert erzielt wird. Auch die „User Experience“ als Erfolgskriterium sollte dabei im Fokus stehen, indem die Bedienung vereinfacht wird.

 

Smartes Ökosystem für den kombinierten Verkehr (KV)

Dies funktioniert . in den sozialen Netzwerken seit langem hervorragend, wo Nutzer sich untereinander austauschen und Inhalte teilen können. Auf diesem Konzept basiert auch catkin! Die patentierte, speziell für den Kombinierten Verkehr (KV) entwickelt Logistikplattform für die automatisierte Auftragsabwicklung und Kommunikation ermöglicht eine nahtlose, unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit, indem sie komplette Workflows vernetzt. Das Kunden- und Dienstleisterportal verbindet Anwender mit Auftraggebern, Partnerunternehmen sowie den eigenen Mitarbeitern und sorgt so für einheitliche und klar strukturierte Kommunikation zwischen allen Beteiligten. catkin schafft Transparenz über den jeweils aktuellen Orderstatus und unterstützt die Einsatzplanung von mobilen Ressourcen auf Personal- und Maschinenebene. Rückmeldungen zu den Aufträgen werden über die dynamische catkin-App abgegeben. Der Informationsaustausch in Echtzeit spart Zeit und verbessert die Datenqualität. Integriert in die Anwendung sind unter anderem Applikationen für die Arbeitszeiterfassung und eine kontinuierliche Rechnungsprüfung. Der initiale Mehrwert ist somit direkt gegeben. Die patentierte All-In-One-Lösung verringert den mit der Auftragsabwicklung verbundenen Arbeitsaufwand, erleichtert die Disposition und bietet einen allumfassenden Überblick über das Geschehen, auch auf globaler Ebene. All dies zahlt sich insbesondere im Kombinierten Verkehr (KV) aus, wo arbeitsteilige Prozesse das Geschäft bestimmen.

 

Angebot und Nachfrage datengestützt austangieren

Im Kern geht es bei Logistikplattformen folglich darum, für die Auftragsabwicklung relevante Akteure in einem Ökosystem zusammenzubringen, die letztlich allesamt von erhöhter Transparenz – Stichwort Supply Chain Visibility – und Kosteneffizienz profitieren. Gleichzeitig lassen sich die (multimodalen) Transportketten portalgestützt deutlich robuster gestalten. Voraussetzung dafür ist, dass die zum Einsatz kommende Technologie eine vollständige Datenintegration zulässt. Die aggregierten Informationen sind zudem zu visualisieren und zu validieren. Dies ist entscheidend, um letztlich probate Entscheidungen treffen und im besten Fall auch neue Services generieren und bereitstellen zu können.

 

Mutig handeln statt im Gestrigen verharren

Diesen gesammelten Benefits ist zu verdanken, dass die gesamtwirtschaftliche Bedeutung digitaler Plattformen stetig wächst. Gute Beispiele sind Online-Giganten wie Amazon, die Märkte disruptiv verändert haben, sowie gerne als Game-Changer betitelte Organisationen wie Uber, Airbnb oder Immobilienscout 24. Sie sind aber auch ein deutliches Signal dafür, dass Erfolg in der Plattformwirtschaft ein Umdenken einfordert. Gerade in Deutschland und Europa gibt es nach wie vor zahlreiche Unternehmen, die mit ihrem Geschäftsmodell teils über viele Jahrzehnte erfolgreich waren und daher keinen Sinn darin sehen, dieses zu hinterfragen. Doch die anhaltende Veränderungsdynamik wird auf lange Sicht auch sie dazu zwingen, sich für Innovation zu öffnen und umfassend mit dem Stellenwert von Software und Daten zu auseinanderzusetzen. Die so neu gewonnene Sicht wird entscheidend sein, ihre Wertschöpfungsnetzwerke an die neue Realität anzugleichen und unmittelbar von der New Economy zu profitieren. Der Spruch „Never change a running system“ war schon immer mit Vorsicht zu genießen, ist heute jedoch komplett antiquiert. Auch ist der zwingend erforderlichen Skalierbarkeit Rechnung zu tragen. Prozesse müssen kontinuierlich an sich verändernde Bedingungen angepasst werden. Gleiches gilt für Plattformen wie etwa catkin im Bereich der Transportlogistik. Das Ökosystem wird stetig um neue Features und Applikationen erweitert, über die die vernetzten Teilnehmer angemessen und effizient auf neue Marktvorgaben und Kundenwünsche reagieren können.

 

 

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