„Corona-Krise bremst Innovationen“, dieses Fazit ziehen die Initiatoren des im Juni 2021 veröffentlichten KfW-Innovationsberichts. Einer repräsentativen Umfrage zufolge haben drei von zehn kleineren und mittelständischen Unternehmen (27 %) entsprechende Anstrengungen in 2020 gegenüber dem Vorjahr verringert. Verantwortlich dafür seien speziell eine angespannte finanzielle Situation sowie unsichere Zukunftsperspektiven.

In diesem Kontext stellt sich allerdings die Frage, was mit den restlichen 73 % passiert, die anscheinend nicht ganz untätig waren und inwieweit die von eben diesem Gros der Unternehmen erbrachten Innovationsleistungen den bezifferten Einbruch ausgleichen könnten.

Innovationsbremse Corona

Praktikable Neuerungen direkt anwendbar

Die zweite Frage lässt sich sicherlich nicht seriös beantworten. Auch steht außer Frage, dass es zahlreiche Betriebe gibt, die hart von der Pandemie getroffen worden sind und angesichts teils massiver Liquiditätsprobleme de facto gezwungen waren, ihre Innovationsarbeit einzustellen oder zumindest zu drosseln. Als ein Vertreter der verbliebenen 73 % hat catkin Neuentwicklungen praktisch aus dem Home-Office heraus zur Marktreife gebracht, darunter das neue Bahnbuchungsmodul für die Speditionssoftware cTRANS sowie das ebenfalls integrierbare Ladestellenportal. Darüber hinaus wurde die Bedienoberfläche dieser Cloud-basierten „Software-as-a-Service“-Lösung (SaaS) für den Kombinierten Verkehr (KV) unter ergonomischen Aspekten optimiert. Natürlich könnte man an dieser Stelle in die Diskussion einsteigen, ob es sich hierbei um Innovationen per Definition handelt. Doch das ist nicht der Punkt. Vielmehr sind die in 2021 vorgestellten Neuerungen bzw. Weiterentwicklungen Indiz dafür, dass Innovationsbestrebungen nach wie vor auf der Tagesordnung stehen. Verfolgt wird der Anspruch, den Kunden maßgeschneiderte Tools zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe ihre Digitalisierungsprojekte sprichwörtlich an Fahrt aufnehmen und in der operativen Praxis direkt mit einem konkret messbaren Mehrwert verbunden sind.

 

Erweiterte Chancen durch Digitalisierung und virtuelle Kooperationen

Apropos Home-Office. Dem Innovationsgeschehen in Pandemiezeiten hat sich auch das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) gewidmet.  Der Ende April 2021 veröffentlichten Studie zufolge, die auf einer repräsentativen Befragung von mittelständischen und Großunternehmen beruht, habe gerade die virtuelle Zusammenarbeit durchaus „positive Effekte auf die Innovationskraft Deutschlands“, auch wenn die Wirtschaftskraft in 2020 geschwächelt habe. Das gute Innovationsklima sei insbesondere Folge effizienter virtueller Kooperationen. Prof. Wilhelm Bauer, Institutsleiter des Fraunhofer IAO wird mit folgenden Worten zitiert: „Die Krise hat zu einer noch nie dagewesenen Innovationsdynamik geführt, Produkte und Dienstleistungen neu zu erfinden. Es gibt eine große Bereitschaft, digitale Plattformen zu nutzen, Kooperationen einzugehen, über Branchen hinweg zusammenzuarbeiten und schnell neue Lösungen zu finden.“ Es ist zu vermuten, dass die konträr anmutenden Untersuchungsergebnisse von KfW und Fraunhofer IAO auf divergierende Kern-Panels zurückzuführen sind.

 

Förderprogramme für die anstehende Transformation

Wenngleich die catkin Produkte eine vergleichsweise kostengünstige Lösung darstellen, so bleibt die Finanzierung gerade für kleine und mittelständische Unternehmen doch ein heikles Thema. Das sieht auch Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW-Bank, so: „Auch nach Überwindung der akuten Krisenphase dürfte Finanzierung als Innovationshemmnis weiter an Bedeutung gewinnen.“ Es verschärfe sich der Zielkonflikt „nach einer höheren Resilienz einerseits, und der Notwendigkeit zu verstärkten Investitionen in die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit andererseits.“ In die Bresche springt aktuell das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW. Kleinere und mittelständische Betriebe mit Sitz in Nordrhein-Westfalen können MID-Invest beantragen und erhalten, sofern bewilligt, Zuschüsse zu erstmaligen Investitionen in Hard- und Software zur Digitalisierung und Optimierung ihrer Prozesse. Das Förderverfahren ist zweistufig angelegt und gliedert sich in ein Losverfahren und eine sich anschließende Antragstellung. Speditionsunternehmen haben so die Chance, innerhalb kürzester Zeit von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren und können diese zur Entwicklung neuer, innovativer(!) Geschäftsmodelle und Services nutzen. Hier geht’s zu den Details: www.mittelstand-innovativ-digital.nrw/mid-invest

 

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